Nachruf Rahel Giezendanner

Rahel war lange mit Abstand unser jüngstes Mitglied – mit gerade mal 12 Jahren schrieb sie sich an unserer Gründungsveranstaltung voller Selbstverständlichkeit in die Mitgliederliste ein. Voller Energie und Elan hat sie sich sogleich an die Arbeit gemacht, und war von diesem Moment an unser «Küken». Schon bald war sie eine der aktivsten Jugendparlamentarierinnen des Kantons Bern.

Rahel hat alle ihre Aufgaben mit Bravur gemeistert. Was sie begonnen hat, hat sie erfolgreich zu Ende geführt – mit einer Selbständigkeit, die jeden beeindruckt hat. In ihrem Engagement lag eine bewundernswerte Selbstverständlichkeit: Es schien für sie die normalste Sache der Welt zu sein, ihre Zeit dem Gemeinwohl zu schenken. Mit einer unvergleichlichen Treue besuchte sie jede einzelne Sitzung seit sie dem Jugendparlament beigetreten war. Unbeliebte Aufgaben, die niemand anderes machen wollte, hat Rahel übernommen. Organisierte man selber einen Anlass, war sie mit einer helfenden Hand oder einem wohlwollenden Ohr dabei. Rahel sprühte vor Ideen, ein Küken war sie schon bald nicht mehr.

Anfang 2012 wurde Rahel, wie schon länger abgemacht, Co-Präsidentin des Jugendparlaments. Rahel war trotz ihres jungen Alters so vorausschauend, überzeugt und selbstbewusst, dass es möglich war, sie vor ihrem Amtseintritt fast ein ganzes Jahr auf das Präsidium vorzubereiten. Das Tagesgeschäft als Co-Präsidentin hatte sie sofort im Griff: Dem Umgang mit den Gemeindebehörden, die Aufsicht über die Finanzen, den Kontakt zu den Medien und die Organisation der Sitzungen hinderten sie nicht daran, auch weiterhin selber Projekte in Angriff zu nehmen.

Rahel hat uns allen zu spüren gegeben, wie sehr ihr das Jugendparlament, unsere Gemeinschaft und das Engagement für die Jugend am Herz lagen. Sie hat sogar den Jahresbericht, den sie selber mitgeschrieben und x-mal korrigiert hat, am Ende voller Stolz noch mehrmals gelesen.

Dementsprechend war sie auch immer bereit, sich unabhängig vom Jugendparlament mit uns zu treffen. Ein Jupa-Camp am Murtensee, ein gemeinsames Znacht hier, ein Kinobesuch da... Durch die vielen Unternehmungen und Projekte wurden wir immer mehr auch zu einem engen Freundeskreis, in dem Rahel mittendrin war.

Am 19. Dezember 2012 ist Rahel völlig überraschend an einer Lungenembolie mit anschliessendem Kreislaufkollaps gestorben.

Für sie eine Todesanzeige zu schreiben, einen Kranz auszuwählen und an ihrer Abschiedsfeier mitzuwirken waren die schlimmsten Tätigkeiten, die wir uns je hätten vorstellen können.

An jeder Sitzung, in jedem Gespräch, bei jeder Idee spüren wir ihre Abwesenheit.

 

Rahel, du hast uns Energie, Ideen, Liebe, Lachen, Engagement, Herzlichkeit und Freude geschenkt. Dein Einsatz für die Jugendlichen in unserer Region war unbeschreiblich gross und das Loch, das du bei uns hinterlässt, ist so riesig wie unsere Trauer. Nur der Gedanke an deine vielen Pläne und deinen Tatendrang gibt uns genug Kraft, um weiterzufahren.
(Todesanzeige Jugendparlament)